Startseite     Impressum     Links     E-Mail
   
Halle um die Jahrhundertwende
 
  Photographien von Fritz Möller
 
 
   
Vorwort

Vielen Lesern wird der Photograph Fritz Möller unbekannt sein. Gewiss, einige seiner Postkarten und Photographien lassen sich auch heute noch in einzelnen Sammlungen und Archiven finden. Und die heute ebenfalls wenig bekannte Carl-Huter-Gesellschaft bediente sich auch in neueren Veröffentlichungen seiner physiognomischen Studien.
 
Möllers exponierte Stellung als Photograph in dieser Region, ja zum Teil in Deutschland, seine nationalen und internationalen Ehrungen sind aber ebenso in Vergessenheit geraten wie sein Engagement für die Universität und die Stadt Halle.  
In einer umfangreichen Recherche ist es der halleschen Autorin Simone Trieder gelungen, den Lebensweg des Künstlers in seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Erfolgen und letztlich auch in seiner Tragik nachzuzeichnen.
 
Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß bei der Auflösung des ehemals Möller‘schen Ateliers in den 50er Jahren am heutigen Joliot-Curie-Platz einige der alten, qualitativ hochwertigen Glasnegative mit Aufnahmen der Stadt Halle gerettet werden konnten. Über drei Jahrzehnte waren sie wohlverwahrt. Eine Sichtung und erste Aufarbeitung des Materials stand aber noch aus. Dies soll mit diesem Buch nachgeholt werden.
 
Man muss davon ausgehen, dass nur ein kleiner Teil des Nachlasses gesichert werden konnte. Die Frage, ob Möller Halle dokumentierend oder gar konzeptionell photographiert hat, lässt sich vorerst nicht klären. Sicherlich sind die Aufnahmen aber repräsentativ für das Stadtbild um die Jahrhundertwende.
 
Auffallend sind dabei - zufällige? - Häufungen der Motive Burg Giebichenstein, Moritzburg sowie Marktplatz. Und verständlicherweise der Häuserzeilen zwischen ehemaliger Hauptpost und Landestheater, seiner ehemaligen Wirkungsstätte.
 
Überwiegend konnten die Aufnahmen definitiv Fritz Möller zugeordnet werden. Wenige erhaltene Negative aus den endzwanziger Jahren stammen mit hoher Wahrscheinlichkeit von seinem Sohn Hans, der zu dieser Zeit das Atelier weiterführte. Vielleicht gibt es später noch eine Möglichkeit ihrer Veröffentlichung.
 
Aufnahmen aus den frühen zwanziger Jahren sind in ihrer Zuordnung problematischer und wurden in dieser Publikation überwiegend nicht berücksichtigt. Bei den wenigen Ausnahmen ist in der Betitelung der Motive auf die mögliche Urheberschaft des Sohnes verwiesen worden.
 
Ein weiteres Problem stellt die Photographie Blick auf die alte Reitbahn (Seite 97) dar. Ein identischer Abzug ist in dem 1992 vom Fliegenkopf-Verlag herausgegebenen Buch über Gottfried Riehm veröffentlicht. Ausgerechnet von dieser Aufnahme existiert aber ein zeitgenössischer Abzug in einer halleschen Privatsammlung. Es handelt sich hierbei um eine original kartonierte Photographie mit aufgedruckter Atelierangabe: Fritz Möller, Halle (Seite 126). Letzte Zweifel in Bezug auf die Urheberschaft können zwar nicht ausgeräumt werden, eine Einfügung des Bildes in diese Präsentation erscheint aber gerechtfertigt. Wer weiss, möglicherweise können noch zukünftige Nachforschungen eine Zusammenarbeit der beiden Photographen belegen.
 
Allen am Zustandekommen des Buches Beteiligten sei hiermit herzlich gedankt.
 
Halle, November 1999
 
Thomas Steuber   Hanns-Hennig Grote   Moritz Götze